Deutschlehrer in Russland wegen Gedicht für Ukraine zu 300 Stunden gemeinnützige Arbeit verurteilt

Alexander Bywschew bei der Urteilsverkündung am 13. Juli 2015 im Gericht Kroma, Gebiet Orjol. Foto aus dem Profil von Alexander Bywschew auf vk.com
Alexander Bywschew bei der Urteilsverkündung am 13. Juli 2015 im Gericht Kroma, Gebiet Orjol. Foto aus dem Profil von Alexander Bywschew auf vk.com

Das Urteil im Fall des Schullehrers und Dichters Alexander Bywschew wurde am Montag, den 13. Juli in einem Gericht des Gebietes Orjol, Westrussland (nahe der ukrainischen Grenze) verkündet. Das Gericht beschlagnahmte ebenfalls die „Tatwaffe“  – einen Laptop und sprach ein zweijähriges Lehrverbot gegenüber dem Deutschlehrer aus. Mit diesem Schuldspruch folgte das Gericht vollständig der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Der Schuldspruch basiert auf der Aussage eines Kollegen von Bywschew, der behauptete, das Gedicht würde zu Hass zwischen Russland und der Ukraine aufrufen. Laut unabhängiger ExpertInnen des Zentrums GLADIS sind im Gedicht keine Anzeichen von extremen Äußerungen zu finden. Das Strafverfahren wurde im April 2014, kurz nach der Veröffentlichung des Gedichts zur Unterstützung der Ukraine, eröffnet. BürgerrechtlerInnen gehen von einem politisch motivierten Urteil aus.

Noch vor der Urteilsverkündung haben Unbekannte innerhalb eines Monats zwei Mal Glasscheiben in seiner Wohnung eingeschlagen. Wegen seiner Solidarität mit der Ukraine sieht sich der Dichter neben anderen Schikanen politisch verfolgt und von seinen Arbeitskollegen verraten

Mehr Informationen zu dem Fall Alexander Bywschew finden Sie auf dem Menschenrechtsportal OVD-Info auf Russisch.

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