Stalin-Denkmal in russischem Lipezk errichtet

Im Zentrum der Stadt Lipezk, ca. 400 km südlich von Moskau, wurde am 6. Mai ein Denkmal für Joseph Stalin errichtet. Die Büste ist ein Geschenk der Kommunisten aus der kaukasischen Republik Nord-Ossetien, wo Sympathien für den Herrscher besonders stark sind und eine Stalin-Büste schon einige Monate zuvor errichtet wurde. Das Denkmal in Lipezk misst drei Meter und wurde vor dem Regionalbüro der Kommunistischen Partei Russlands aufgestellt. Alle Genehmigungen der Stadtverwaltung liegen vor, sagte der Duma-Abgeordnete Nikolaj Razworotnew. Allerdings traf bereits während der Installation des Sockels ein Brief der stellvertretenden Bürgermeisterin Anna Schamajewa ein, der darauf verwies, dass die erteilte Genehmigung nur eine Errichtung des Denkmals innerhalb der Räumlichkeiten der KP vorsieht. Der Duma-Abgeordnete Razworotnew kommentierte: “Diese Entscheidung zum Rückzug sehen wir als verspätet ein. Es gibt keine Anhaltspunkte, uns die Errichtung des Denkmals im öffentlichen Raum zu verbieten. Das ursprüngliche Dokument der Stadtverwaltung und der letzte Brief widersprechen sich gegenseitig”.

Stalin-Denkmal in Lipetsk Foto: lipetskmedia.ru
Stalin-Denkmal in Lipezk
Foto: lipetskmedia.ru

Auf die Frage, ob es deshalb um das Denkmal zu unerwünschten Aktionen oder gar einem Demontage-Versuch seitens der plötzlich allarmierten Stadtverwaltung kommen kann, entgegnete er: “Sollen sie es doch versuchen. Ich denke die Bürger der Stadt werden es nicht zulassen. Außerdem wurde eine Videoüberwachung installiert und die Kommunisten sind bereit, am Denkmal ganztägig zu patrouillieren.“ Keine Stunde seit der Errichtung des Denkmals war vergangen, da begannen Passanten bereits vor ihm für Fotos zu posieren, junge Menschen machten Selfies. Vorbeifahrende Autos hupten.

Das Stalin-Denkmal nach zwei Tagen mit Farbe übergossen

Stalin-Denkmal in Lipetsk Foto: lipetskmedia.ru
Stalin-Denkmal in Lipezk
Foto: lipetskmedia.ru

In der Nacht zum 8. Mai wurde das erst vor zwei Tagen errichtete Stalin-Denkmal beschädigt. Die Videoüberwachung erfasste eine unbekannte Frau, die das Denkmal mit rosa Farbe übergießt. „Das ist eine politische Provokation“, sagte Sergej Tokarew, der als zweiter Sekretär die Regionalvertretung der Kommunistischen Partei leitet und fügte hinzu: “Nicht nur die Büste Stalins, sondern auch der „Siegesorden“, der ebenfalls auf dem Denkmal dargestellt ist, wurden übergossen. Vor dem 9. Mai (Tag des Sieges) sieht es wie eine Provokation aus.“

Die Farbe wurde schließlich an demselben Tag entfernt und Einwohner der russischen Provinzstadt konnten am 70. Jahrestag des Sieges am Stalin-Denkmal Blumen niederlegen.

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